Der SV Beckdorf hat beim Aufstiegsaspiranten MTV Großenheidorn einen Punkt entführt. In einer intensiven und über weite Strecken hochklassigen Partie trennten sich beide Mannschaften mit 31:31 (16:17). Während Beckdorf lange Zeit sogar auf den Auswärtssieg hoffen durfte, sicherte sich der Gastgeber erst mit einem Siebenmeter in letzter Sekunde noch das Unentschieden.
Die Mannschaft von Trainer Robert Frahm startete konzentriert in die Begegnung und präsentierte sich im Vergleich zum Hinspiel deutlich stabiler. Anders als im ersten Aufeinandertreffen (29:39) hielt die Mannschaft von Trainer Robert Frahm die Partie in der Anfangsphase offen.
Nach einer frühen roten Karte gegen Finn Sebastian, geriet „Beckys Patrouille“ zunächst etwas unter Druck (14:11). Diese Szene schien die Beckdorfer jedoch eher zu motivieren: Im Angriff funktionierte vor allem das Zusammenspiel über den Kreis. Immer wieder fand Leon Petersen den freistehenden Thorin Helfers, der mit 7 Toren glänzte. In der Folge kämpfte sich die Mannschaft zurück ins Spiel, verteidigte engagiert und konnte sich bis zur Pause sogar eine 16:17-Führung erarbeiten.
Auch im zweiten Durchgang blieb Beckdorf mutig: Joscha Jolitz übernahm im Angriff Verantwortung. Der erfahrene Rückraumspieler kam vor allem über den 7. Feldspieler zum Erfolg. Der Mittelblock um Tim Fock , Thorin Helfers und auch Jonas Gerkens arbeitete stark gegen das Angriffsspiel der Gastgeber. Beckdorf schaffte es sogar, sich zwischenzeitlich mit drei Toren abzusetzen, konnte den Vorsprung jedoch nicht entscheidend ausbauen. Eine weitere rote Karte gegen den SVB – eine aus Beckdorfer Sicht äußerst strittige Entscheidung – brachte die Mannschaft von Trainer Stefan Lux zurück ins Spiel.
In der Schlussphase hatte Beckdorf sogar die Chance, das Spiel endgültig zu entscheiden – agierte aber zu hektisch und verlor völlig den Faden. Auf der Gegenseite bekam Großenheidorn kurz vor der Schlusssirene noch einen Siebenmeter zugesprochen, den Julius Bausch nervenstark zum 31:31-Endstand verwandelte.
Für diese Aktion bekam Co-Kapitän gegen Mitte der zweiten Halbzeit eine glattte rote Karte. Nach Abpfiff der Partie und in der darauffolgende Berichterstattung wurde dem Team von Robert Frahm eine „rüde“ Spielweise attestiert. Auffällig war allerdings, dass in einzelnen Szenen Zweikämpfe sehr „dankbar“ angenommen wurden. Teilweise wurde der Kontakt sichtbar übertrieben dargestellt, was die Entscheidungen für die Schiedsrichter beeinflusste. Gerade in einem intensiven Regionalliga-Topspiel wäre es wünschenswert, wenn solche Situationen weniger durch schauspielerische Einlagen geprägt wären. Hart verteidigen heißt nicht gleich unfair verteidigen.
Unser Sport lebt von Fairness und einem ehrlichen Umgang mit körperlichen Duellen. Dass mittlerweile immer häufiger versucht wird, aus einzelnen Aktionen mehr zu machen, als tatsächlich passiert ist, ist eine Entwicklung, die man durchaus kritisch sehen darf. Am Ende schadet das nicht nur der Linie der Schiedsrichter, sondern nimmt auch ein Stück weit den Spielfluss und die Authentizität aus einem ansonsten intensiven und fairen Sport.
Generell sorgte die Schiedsrichterleistung in einem Regionalliga-Topspiel für Diskussionen. Das eingesetzte Gespann, das normalerweise eine Spielklasse tiefer pfeift, hatte sichtbar Schwierigkeiten, das hohe Tempo und die Intensität der Begegnung konstant zu bewerten.
Chef-Trainer Robert Frahm zeigte sich mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden: „Wenn uns vor dem Spiel jemand gesagt hätte, dass wir hier einen Punkt mitnehmen, hätten wir das sofort unterschrieben. Natürlich fühlt sich das nach dem Spielverlauf etwas anders an, aber insgesamt können wir mit der Leistung sehr zufrieden sein.“
Mit nun 27:15 Punkten festigt der SV Beckdorf weiterhin den vierten Tabellenplatz und bleibt im Saisonendspurt in einer sehr stabilen Position. Am kommenden Wochenende geht es für „Beckys Patrouille“ weiter: Dann empfängt Beckdorf den Tus GW Himmelsthür. Die Hildesheimer stecken aufgrund der unklaren Liga-Konstellation in der kommenden Saison im Abstiegskampf. Das Hinspiel konnte der TuS mit 29:28 für sich entscheiden. Für den SVB bietet sich damit die Chance auf Wiedergutmachung. Anpfiff ist um 19.00 Uhr in der Sporthalle auf Delm.