Was für eine Saison. Eine Saison, die gezeigt hat, wie viel Entwicklung, Zusammenhalt und Qualität in dieser Mannschaft steckt. Der SV Beckdorf beendet die Spielzeit 2025/26 in der Regionnalliga Niedersachsen auf Platz 5.
Der SV Beckdorf ist stark in die Spielzeit gestartet (34:33-Erfolg gegen Vorsfelde und eine 30:29-Niederlage gegen den Regionalliga-Meister aus Burgdorf) und hat früh unter Beweis gestellt, dass man mit den unteren Tabellenregionen nichts zu tun haben möchte. Im Gegenteil: Über weite Strecken der Saison gehörte das Team zur Spitzengruppe der Liga und etablierte sich verdient in den Top 5. Zwischenzeitlich rangierte man sogar auf Platz vier und wurde ligaweit als ernstzunehmender Verfolger der Topteams wahrgenommen.
Dabei gab es immer wieder Ausrufezeichen. Beim Heimerfolg gegen das Top-Team aus Northeim (32:27) sowie beim überzeugenden Sieg gegen Angstgegner Oldenburg (31:22) zeigte „Beckys Patrouille“ Saison-Bestleistungen. Auch auswärts setzte Beckdorf Duftmarken. So holte man bei den heimstarken Wolfsburgern aus Vorsfelde zwei Punkte (29:33) und in Großenheidorn einen Zähler (31:31). Die beste Phase der Rot-Weißen war von Mitte Dezember bis Anfang März: In dieser Zeit gewann der SV Beckdorf um Co-Kapitän Leonard Klein sechs aus sechs Spielen (MTV Vorsfelde, SV Alfeld, TvdH Oldenburg, HSG Gruppenbühren/Bookholzberg, HSG Nienburg und SG Achim/Baden).
Auch ein Blick auf die Statistik unterstreicht die starke Spielzeit des SV Beckdorf. Offensiv gehörte Beckdorf zu den stärksten Mannschaften der Liga. Mit durchschnittlich 31,7 Toren pro Spiel reihte sich das Team verdient in den Top 5 ein. Insgesamt zeigte die Mannschaft vor allem in eigener Halle ihre Stärke (8 Siege und ein Unentschieden).
Ein herausragender Akteur war einmal mehr Leon Petersen. Der Linkshänder erzielte 197 Tore in 24 Spielen und wurde damit zweitbester Torschütze der gesamten Liga. Eine überragende Quote, die seinen enormen Wert für das Offensivspiel der Beckdorfer verdeutlicht. Auch dahinter präsentierte sich das Team breit aufgestellt: Jonas Gerkens kam auf 135 Treffer in 23 Spielen und gehörte damit ebenfalls zu den besten Werfern der Liga. Joscha Jolitz überzeugte mit 96 Toren und spielte seine bislang stärkste Saison im Beckdorfer Trikot.
Neben der Offensivstärke zeigte sich Beckdorf auch als faire Mannschaft. Mit 76 Zeitstrafen lag das Team im ligaweiten Vergleich im unteren Bereich.
„Beckys Patrouille“ immer wieder mit Verletzungssorgen
Natürlich verlief die Saison nicht ohne Rückschläge. Gerade in der zweiten Saisonhälfte hatte der SV Beckdorf mit einer schwierigen Phase zu kämpfen. Verletzungen zogen sich wie ein roter Faden durch die Spielzeit. Der SV Beckdorf startete bereits mit zwei Kreuzbandrissen in die Spielzeit – ein Umstand, der selbst für Handballverhältnisse eher überdurchschnittlich ist. Mit Lukas Fürste und Tim Fock fielen gleich zwei Optionen langfristig aus, wobei Fock immerhin zur Rückrunde wieder eingreifen konnte.
Auch Enno Beyer musste nach seinem Comeback direkt den nächsten Rückschlag verkraften und fiel mit einem Innenbandanriss erneut mehrere Monate aus. Besonders unglücklich verlief die Saison für Neuzugang Santino Lenzsch: Mittelhandbruch, Muskelbündelriss und zum Abschluss noch ein Rippenbruch. Am Ende stehen für ihn lediglich drei Einsätze im Beckdorfer Trikot. Auch auf der Torhüterposition blieb der SV Beckdorf nicht verschont. Kapitän Markus Clever musste aufgrund einer Ellenbogenverletzung operiert werden und fiel über mehrere Monate aus.
Zeitgleich fehlte auch Torhüter Dennis Klingelbiel zwischenzeitlich verletzungsbedingt (Fingerbruch). Wie angespannt die Personalsituation zwischenzeitlich wirklich war, zeigte sich im Auswärtsspiel bei der SG Achim/Baden (24:36). Beckdorf reiste mit lediglich acht Feldspielern an, während zahlreiche Leistungsträger verletzt neben der Bank Platz nehmen mussten. Mit Markus Clever, Dennis Klingelbiel, Lukas Fürste, Tim Fock, Enno Beyer und Santino Lenzsch saß nahezu eine komplette Achse des Teams zum Zuschauen verdammt am Spielfeldrand.
Großer Zusammenhalt in Beckdorf
Ein Beispiel dafür war die Torhüterposition: Durch die Ausfälle wurde kurzerhand Torwarttrainer Jan Peveling reaktiviert. Der ehemalige Bundesligaspieler fügte sich nahtlos ein und zeigte unter anderem im Heimspiel gegen Northeim eine herausragende Leistung. Auch auf anderen Positionen musste improvisiert werden. Immer wieder sprangen Spieler ein, die eigentlich nicht fest im Spieltagsrhythmus standen (u.a. Morten Vogt, Jakob Butenweg, Leon Überall, Janis Deppe, Tristan Klindworth und Mats Anschütz).
Auf dem Delm blickt man in die Zukunft
Natürlich bringt der Sommer Veränderungen mit sich. Abgänge wie Torhüter Dennis Klingelbiel oder Spielmacher Jonas Gerkens wiegen schwer. Beide gehörten nicht umsonst zum erweiterten Kreis der besten Spieler der Liga. Auch im Trainerteam wird es Veränderungen geben. Dennoch hat die Mannschaft in den letzten Spielen bereits gezeigt, dass sie in der Lage ist, diese Lücken zu schließen. Junge Spieler stehen bereit, Verantwortung zu übernehmen. Zudem ist der Verein noch in Gesprächen rund um Vertragsverlängerungen und potentiellen Neuzuängen. Denn mit Blick auf die kommende Saison wird die Herausforderung nicht kleiner: Die Liga wird u.a. durch Absteiger aus der 3. Liga (ATSV Habenhausen, Sportsfreunde Söhre und möglicherweise der TV Bissendorfer-Holte) und ambitionierte Aufsteiger aus der Oberliga (VfL Horneburg und HSG Rhumethal) stärker.
Für den SV Beckdorf gilt: Die Basis stimmt.