Die Vorbereitung ist vorbei, ab jetzt wird es ernst. Am Samstag, 5. September, startet der SV Beckdorf in die Saison 2026/27 der Solar Service Norddeutschland Regionalliga Niedersachsen. Zum Auftakt wartet mit dem Auswärtsspiel beim TV Cloppenburg direkt eine anspruchsvolle Aufgabe auf die Mannschaft von Trainer Robert Frahm.

Nach mehreren Wochen Vorbereitung beginnt für Beckys Patrouille wieder der Ligaalltag. Hinter dem SVB liegt eine Spielzeit, auf die die Mannschaft durchaus stolz zurückblicken kann. Mit dem fünften Tabellenplatz spielte Beckdorf 2025/26 eine starke Saison und konnte sich frühzeitig von der unteren Tabellenregion absetzen. Viel wichtiger als die reine Platzierung war dabei die Entwicklung der Mannschaft, die sich im Laufe der Saison immer mehr Selbstverständnis erarbeitete und gerade in engen Spielen regelmäßig Lösungen fand.

Davon kann sich die Mannschaft in der neuen Spielzeit allerdings wenig kaufen. Die Karten werden neu gemischt und die Regionalliga dürfte in dieser Saison noch einmal deutlich an Qualität gewinnen. Mit dem TV Bissendorf-Holte, den Sportfreunden Söhre und dem ATSV Habenhausen kommen gleich drei Absteiger aus der 3. Liga hinzu. Dahinter verspricht vor allem das breite Mittelfeld eine hohe Leistungsdichte. Umso wichtiger wird es sein, von Beginn an Punkte zu sammeln.

Vorbereitung abgeschlossen

Die vergangenen Wochen nutzte das Trainerteam vor allem dazu, neue Konstellationen auszuprobieren und die Neuzugänge in das bestehende Gerüst einzubauen. Die Vorbereitung lieferte dabei unterschiedliche Eindrücke. Auf die 30:35-Niederlage gegen die U23 des Handball Club Hamburg folgte ein deutliches 41:20 gegen die SG Bremen-Ost. Nach einer klaren Niederlage beim VfL Fredenbeck zeigte Beckdorf beim 39:37 gegen den Drittligisten HSG Varel eine gute Reaktion.

Die geplante Generalprobe gegen den TuS Rotenburg konnte kurzfristig nicht stattfinden. Damit richtet sich der Blick nun endgültig auf den Saisonauftakt.

Cloppenburg hat sich stabilisiert

Mit dem TV Cloppenburg wartet direkt ein Gegner, der dem SVB aus den vergangenen Jahren bestens bekannt ist. Der TVC erlebte in der vergangenen Saison zunächst eine schwierigere Phase, stabilisierte sich im weiteren Saisonverlauf aber deutlich. Gerade in der Rückrunde wirkte die Mannschaft zunehmend eingespielt.

Eine wichtige Rolle nimmt dabei Spielmacher Dejan Karan ein. Gemeinsam mit Rückraumspieler Daniel Schanikau sorgte er in der vergangenen Saison immer wieder für Gefahr. Besonders das Zusammenspiel des Rückraums mit dem Kreis stellte die gegnerischen Abwehrreihen regelmäßig vor Aufgaben.

Im Sommer gab es auch beim TVC einige personelle Veränderungen. Kreisläufer Tomás Chicharro verließ den Verein und kehrte in seine Heimat zurück. Maciej Machalek zog es in die 3. Liga. Gleichzeitig verstärkte sich Cloppenburg unter anderem mit jungen Spielern aus den Niederlanden. Der 22 Jahre alte Rückraumspieler Martijn Bijl sowie der 19 Jahre alte Linkshänder Chris Schutter sind neu dabei.

Zu einem Wiedersehen mit einem ehemaligen Beckdorfer kommt es dagegen nicht. Michael Williams war im Sommer zunächst zum TV Cloppenburg zurückgekehrt, verließ den Verein nach nur einer Woche Vorbereitung aus persönlichen Gründen jedoch wieder in Richtung seiner Heimat Flensburg.

Gute Erinnerungen an Cloppenburg

Einfach waren die Auftritte in Cloppenburg für den SV Beckdorf selten. Dennoch reist die Mannschaft mit guten Erinnerungen an die vergangenen Duelle an. Die letzten beiden Auswärtsspiele beim TVC konnte Beckdorf für sich entscheiden.

Darauf verlassen kann sich am Samstag allerdings niemand. Gerade zum Saisonstart ist schwer einzuschätzen, wo die Mannschaften nach mehreren Wochen Vorbereitung tatsächlich stehen. Automatismen müssen erstmals unter Wettkampfbedingungen funktionieren, Neuzugänge ihre Rollen finden und Fehler werden wieder unmittelbar bestraft.

Für Beckys Patrouille wird es deshalb vor allem darum gehen, von Beginn an die Intensität anzunehmen und die eigene Stärke auf die Platte zu bekommen. Durch den breiteren Kader verfügt Robert Frahm in dieser Saison auf mehreren Positionen über zusätzliche Möglichkeiten. Gleichzeitig muss sich erst zeigen, wie schnell die teilweise neu formierte Mannschaft unter Wettkampfbedingungen zusammenfindet.

Der erste Schritt einer langen Saison

Unabhängig vom Ausgang wird das Auftaktspiel nur eine erste Standortbestimmung sein. 26 Partien liegen vor dem SV Beckdorf und angesichts der Qualität der diesjährigen Regionalliga dürfte Geduld eine wichtige Rolle spielen. Das Ziel bleibt, möglichst frühzeitig die nötigen Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln und die Mannschaft im Laufe der Saison weiterzuentwickeln.

Trotzdem wäre ein erfolgreicher Auftakt in Cloppenburg wertvoll. Zwei Punkte zum Start würden nicht nur das Punktekonto füllen, sondern einer teilweise neu formierten Mannschaft früh bestätigen, dass die Arbeit der vergangenen Wochen Früchte trägt.

Eine Woche später wartet dann das erste Heimspiel der Saison. Mit der HSG Schaumburg gastiert am 12. September der erste Gegner auf dem Delm.