Der SV Beckdorf ist mit einem Punkt in die neue Regionalliga-Saison gestartet. Beim TV Cloppenburg trennte sich Beckys Patrouille mit 26:26 (13:14). Nach einem starken Start verlor die Mannschaft von Trainer Robert Frahm zwischenzeitlich den Zugriff auf die Partie, bewies in der Schlussphase aber Moral und sicherte sich durch Jannik Müller im letzten Angriff noch das Unentschieden.

Dabei hätte der Start aus Beckdorfer Sicht kaum besser laufen können. Neuzugang Kristers Plume erzielte per Gegenstoß den ersten Treffer der neuen Saison, wenig später stand es bereits 4:0 für die Gäste. Grundlage dafür war vor allem eine starke Defensive. Im Verbund um Thorin Helfers, Leonard Klein und Tim Benner stellte der SVB die Cloppenburger zunächst vor große Probleme und kam aus Ballgewinnen immer wieder ins Tempospiel.

Auch Markus Clever erwischte im Beckdorfer Tor einen starken Start. Der Kapitän entschärfte mehrere freie Würfe und belohnte sich sogar selbst mit einem Treffer ins verwaiste Cloppenburger Tor.

In den ersten Minuten funktionierte damit genau das, was sich Beckdorf vorgenommen hatte. Bemerkenswert: Erst nach rund sechs Minuten musste Beckys Patrouille überhaupt erstmals länger im Positionsangriff agieren. Im weiteren Verlauf sollte allerdings genau dieser zum Problem werden.

Cloppenburg kämpft sich zurück

Mit zunehmender Spielzeit gelang es den Gastgebern, das Beckdorfer Tempospiel einzudämmen. Im Positionsangriff fehlte dem SVB dagegen immer häufiger die Bewegung. Viele Angriffe wurden aus dem Stand aufgebaut, Abschlüsse kamen teilweise zu früh und insbesondere aus dem Rückraum ließ Beckdorf zu viele Möglichkeiten liegen.

Auch Leon Petersen, in der vergangenen Saison bester Beckdorfer Torschütze, fand nur selten die Situationen, in denen er seine Stärke im Eins-gegen-eins ausspielen konnte. Cloppenburg verteidigte kompakt und musste sich dadurch zunehmend weniger aus der eigenen Ordnung bewegen.

So schmolz der frühe Beckdorfer Vorsprung Stück für Stück. Die Gastgeber merkten, dass die Partie längst nicht entschieden war, und brachten mit viel Einsatz und Emotion auch das Publikum immer stärker ins Spiel. Aus einer zunächst klar von Beckdorf bestimmten Begegnung entwickelte sich eine offene Abwehrschlacht. Zur Pause hatte Cloppenburg die Partie schließlich gedreht und ging mit einer 14:13-Führung in die Kabine.

Offener Schlagabtausch bis zum Schluss

Auch nach dem Seitenwechsel konnte sich keine Mannschaft entscheidend absetzen. Beide Abwehrreihen bestimmten über weite Strecken das Geschehen, während sich im Angriff auf beiden Seiten Fehler einschlichen. Cloppenburg legte immer wieder vor, Beckdorf blieb jedoch in Schlagdistanz.

Wichtige Akzente setzte dabei Joscha Jolitz. Nachdem der Rückraumspieler unter der Woche noch etwas angeschlagen war, sorgte er mit seiner Dynamik und Athletik immer wieder für Gefahr. Gerade im Spiel mit dem siebten Feldspieler fand Beckdorf über Jolitz mehrfach gute Lösungen.

Einen starken Saisonauftakt erwischte auch Tjark Jonas. Der Rückkehrer war mit acht Treffern bester Beckdorfer Torschütze und behielt auch vom Siebenmeterstrich die Nerven.

In der Schlussphase wurde die Begegnung schließlich zum Nervenspiel. Cloppenburg ging immer wieder knapp in Führung, doch Beckys Patrouille ließ sich nicht abschütteln. Im letzten Beckdorfer Angriff übernahm schließlich Neuzugang Jannik Müller Verantwortung und traf zum umjubelten 26:26. Der letzte Angriff der Gastgeber brachte keinen Treffer mehr.

Damit stand nach 60 Minuten eine Punkteteilung, mit der beide Mannschaften leben können. Für Beckdorf bleibt angesichts des starken Beginns zwar auch das Gefühl, dass in Cloppenburg mehr möglich gewesen wäre. Gleichzeitig zeigte die Mannschaft nach schwierigen Phasen, dass sie auch dann im Spiel bleiben kann, wenn längst nicht alles funktioniert.

Der Punkt setzt zudem eine kleine Beckdorfer Serie fort: Zum dritten Mal in Folge bleibt der SVB in Cloppenburg ungeschlagen. Nach zwei Auswärtssiegen in den vergangenen beiden Spielzeiten nimmt Beckys Patrouille diesmal einen Zähler mit nach Hause.

Viel Zeit zum Zurückblicken bleibt ohnehin nicht. Bereits am kommenden Freitag wartet die nächste Herausforderung. Dann empfängt Beckys Patrouille die HSG Schaumburg zum ersten Heimspiel der neuen Saison auf dem Delm. Bis dahin gilt es vor allem, an den Abläufen im Positionsangriff zu arbeiten und die positiven Ansätze aus Cloppenburg mitzunehmen.