Der SV Beckdorf wartet weiter auf die ersten Heimpunkte der laufenden Regionalliga-Saison. Gegen den favorisierten TV Bissendorf-Holte zeigte die Mannschaft von Trainer Robert Frahm am Samstagabend eine über weite Strecken überzeugende Vorstellung, musste sich dem Drittliga-Absteiger am Ende jedoch mit 26:29 (14:13) geschlagen geben. Dabei hatte Beckys Patrouille den Meisterschaftsanwärter lange am Rande einer Niederlage, ehe eine turbulente Schlussphase die Partie zugunsten der Gäste entschied.
Nach dem Derbysieg in Horneburg präsentierte sich der SVB auch auf dem heimischen Delm von Beginn an konzentriert. Vor allem defensiv knüpften die Beckdorfer an ihre starke Vorstellung aus der Vorwoche an. Die kompakte Abwehr stellte die erfahrenen Bissendorfer Angreifer immer wieder vor Probleme und ließ den Favoriten kaum zur Entfaltung kommen. Auch im Angriff fand Beckdorf zunächst gute Lösungen, obwohl mit Kapitän und Spielmacher Leonard Klein weiterhin eine wichtige Stütze fehlte.
Dass die Gastgeber zur Pause lediglich mit 14:13 führten, lag allerdings auch an der eigenen Chancenverwertung. Gleich drei Siebenmeter ließ der SVB in der ersten Halbzeit ungenutzt. Gegen eine Mannschaft mit der individuellen Qualität und Erfahrung des TV Bissendorf-Holte sollten sich solche vergebenen Möglichkeiten später noch bemerkbar machen.
Beckdorf hält Favoriten lange auf Distanz
Anders als in den bisherigen Heimspielen kam Beckys Patrouille auch nach dem Seitenwechsel gut aus der Kabine. Die Mannschaft blieb bissig in der Defensive und behauptete ihre knappe Führung. Nach 40 Minuten lag Beckdorf mit 19:18 vorne, auch zehn Minuten später hatte der SVB beim 23:22 noch die Nase vorn. Doch mit zunehmender Spieldauer machten sich die personellen Ausfälle und die hohe Zahl an Zeitstrafen bemerkbar. Nachdem bereits Leonard Klein verletzungsbedingt fehlte, musste auch Jannik Müller, der in den kommenden Wochen mehr Verantwortung im Spielaufbau übernehmen soll, mit einer Platzwunde am Kopf vorzeitig vom Feld.
In der Schlussphase wurde es noch turbulenter. Nachdem Bissendorfs Leon Goldbeck bei einer Rangelei mit Joscha Jolitz die Beherrschung verlor und den Beckdorfer zu Boden stieß, kochten die Emotionen auf beiden Seiten kurzzeitig hoch. Jolitz erhielt in der Folge seine dritte Zeitstrafe, eine zusätzliche Bankstrafe wegen unsportlichen Verhaltens verschärfte die Situation für die Gastgeber weiter. So hitzig es auf dem Spielfeld zwischenzeitlich auch zuging, so schnell beruhigten sich die Gemüter anschließend wieder. Nach dem Abpfiff klatschten sich die Spieler beider Mannschaften fair ab.
Gute Lesitung, wenig Ertrag
So blieb für Beckdorf am Ende die Erkenntnis, dass gegen einen der stärksten Gegner der Liga durchaus mehr drin gewesen wäre. Die Defensive hatte über weite Strecken hervorragend gearbeitet. Gleichzeitig verhinderten drei vergebene Siebenmeter, eine erneut ausbaufähige Torausbeute und zu viele Zeitstrafen ein besseres Ergebnis. Bissendorf bewies dagegen, weshalb die Mannschaft zu den Aufstiegsfavoriten zählt. Auch ohne einige wichtige Akteure (Christian Rusßweinkel und Leon Keller) blieben die Gäste in den entscheidenden Momenten abgeklärt und nutzten ihre Chancen in der Schlussphase konsequent.
Für den SV Beckdorf bedeutet die Niederlage weiterhin Platz acht mit 7:9 Punkten. Die ersten Heimpunkte lassen damit weiter auf sich warten. Die Vorstellung gegen den Drittliga-Absteiger macht allerdings Mut für die kommenden Aufgaben. Wenn Beckys Patrouille die defensive Stabilität beibehält und in den entscheidenden Situationen einen kühleren Kopf bewahrt, ist auch auf dem Delm wieder mehr drin.
Anpfiff ist am Samstag, 7. November, um 19 Uhr in der Sporthalle auf dem Delm.