Der SV Beckdorf muss weiter auf den ersten Heimsieg der Saison warten. Gegen den Drittliga-Absteiger Sportfreunde Söhre unterlag die Mannschaft von Trainer Robert Frahm am Samstagabend deutlich mit 26:38 (15:18). Dabei zeigte Beckys Patrouille vor allem in der ersten Halbzeit, dass sie auch mit einem der Aufstiegsfavoriten mithalten kann. Ein folgenschwerer Einbruch unmittelbar nach dem Seitenwechsel brachte die Gastgeber jedoch frühzeitig um jede Chance auf eine Überraschung.

Die Gäste machten von Beginn an deutlich, warum sie zu den stärksten Mannschaften der Regionalliga zählen. Mit hohem Tempo und konsequentem Umschaltspiel setzte Söhre den SVB früh unter Druck. Nach dem 3:8 sah sich Trainer Robert Frahm bereits nach zehn Minuten zu einer Auszeit gezwungen.

Die zeigte Wirkung. Beckdorf fand zunehmend besser in die Begegnung, stabilisierte sich und kam nun auch offensiv zu guten Lösungen. Besonders Joscha Jolitz übernahm Verantwortung und stellte die Söhrer Defensive mit seinen Durchbrüchen und Abschlüssen immer wieder vor Probleme. Die Gastgeber arbeiteten sich Tor um Tor heran und verkürzten in der 22. Minute auf 11:12. Plötzlich war die Partie wieder völlig offen. Allerdings gelang es Beckdorf nicht, diese starke Phase bis in die Halbzeitpause mitzunehmen. Technische Fehler und vergebene Möglichkeiten ermöglichten es den Gästen, sich in den letzten Minuten des ersten Durchgangs erneut abzusetzen. Mit einem 15:18-Rückstand ging es schließlich in die Kabinen.

Wenige Minuten entscheiden die Partie

Was dann folgte, war aus Beckdorfer Sicht allerdings ein herber Rückschlag. Söhre stellte seine Defensive auf eine offensivere 5:1-Abwehr um und brachte mit Lukas Reichenbach einen neuen Torhüter. Gegen die veränderte Deckung fand Beckdorf zunächst überhaupt keine Lösungen. Mehrere technische Fehler und Ballverluste nutzten die Gäste konsequent zu einfachen Toren.

Aus dem 15:18 zur Pause wurde innerhalb weniger Minuten ein 15:23. Während Söhre mit einem halbzeitübergreifenden 7:0-Lauf davonzog, blieb Beckdorf ohne eigenen Treffer. Die Begegnung war damit praktisch entschieden.

Auch im weiteren Verlauf fand die Mannschaft nicht mehr zurück zu ihrem Spiel. Die Gäste agierten abgeklärt, nutzten die Fehler der Gastgeber konsequent aus und bauten ihren Vorsprung weiter aus. Über 19:30 und 22:32 steuerte Söhre einem ungefährdeten Auswärtssieg entgegen. Am Ende stand eine deutliche 26:38-Niederlage auf der Anzeigetafel.

Bekannte Probleme, starker Gegner

Besonders enttäuschend war dabei nicht allein die Höhe des Ergebnisses. Beckdorf gelang es nach dem frühen Rückschlag im zweiten Durchgang kaum noch, sich gegen die drohende Niederlage aufzubäumen. Die Mannschaft fand weder spielerisch noch kämpferisch eine ausreichende Antwort auf die Überlegenheit der Gäste.

Damit zeigte sich erneut ein Muster, das Beckdorf bereits in den vergangenen Wochen begleitet hat. Sowohl gegen Northeim als auch beim Auswärtssieg in Alfeld hatte die Mannschaft phasenweise guten Handball gezeigt, sich durch schwächere Abschnitte jedoch selbst in Schwierigkeiten gebracht. Gegen Söhre wurde diese fehlende Konstanz nun besonders deutlich bestraft.

Dabei darf die Qualität des Gegners nicht außer Acht gelassen werden. Die Sportfreunde verfügen über einen eingespielten Kader mit reichlich Drittliga-Erfahrung und gehören zu den großen Favoriten auf den direkten Wiederaufstieg. Mit ihrem schnellen Umschaltspiel und ihrer Abgeklärtheit nutzten sie die Schwächen des SVB konsequent aus. Erfolgreichster Söhrer Werfer war Tom Hanel mit acht Treffern.

Durch den deutlichen Erfolg und die gleichzeitige Niederlage des bisherigen Spitzenreiters Northeim in Himmelsthür übernahm Söhre sogar die Tabellenführung.

Für Beckdorf bleibt nach sechs Spieltagen ein Punktekonto von 5:7. Während die Mannschaft auswärts bislang ungeschlagen ist, stehen auf dem Delm weiterhin drei Niederlagen aus drei Heimspielen zu Buche.

Nun hat Beckys Patrouille zunächst ein spielfreies Wochenende vor sich, bevor am 24. Oktober das Derby beim VfL Horneburg ansteht. Die Begegnung beim Aufsteiger bietet die nächste Gelegenheit, eine Reaktion zu zeigen. Dafür wird es allerdings nötig sein, die guten Phasen endlich über einen längeren Zeitraum auf die Platte zu bringen.