Nach dem Auswärtssieg beim SV Alfeld wartet auf den SV Beckdorf am Samstagabend die nächste große Herausforderung. Mit den Sportfreunden Söhre gastiert um 19 Uhr einer der großen Aufstiegsfavoriten auf dem Delm. Der Drittliga-Absteiger reist mit 8:2 Punkten als Tabellenzweiter nach Beckdorf und hat seine Ambitionen zuletzt mit zwei deutlichen Heimsiegen eindrucksvoll unterstrichen.

Beckys Patrouille kann dagegen mit einem ausgeglichenen Punktekonto in den sechsten Spieltag gehen. Durch das 36:34 in Alfeld steht die Mannschaft von Trainer Robert Frahm bei 5:5 Punkten. Vor allem in der ersten Halbzeit zeigte der SVB dabei eine starke Vorstellung. Aus einer kompakten Abwehr heraus spielte Beckdorf auch offensiv konzentriert, ließ den Ball gut laufen und setzte sich bis zur Pause auf 22:15 ab. Nach dem Seitenwechsel geriet die Mannschaft allerdings für einige Minuten aus dem Rhythmus und ließ Alfeld noch einmal zurückkommen, bevor der zweite Auswärtssieg der Saison unter Dach und Fach gebracht wurde.

„Wir haben in Alfeld über weite Strecken genau das gespielt, was wir uns vorgenommen hatten. Gerade in der ersten Halbzeit standen wir in der Abwehr gut und haben vorne geduldig unsere Chancen herausgespielt. Die Phase direkt nach der Pause müssen wir aber deutlich besser lösen. Gegen eine Mannschaft wie Söhre können wir uns solche zehn Minuten nicht erlauben“, sagt Paul Witte.

Vier Jahre 3. Liga endeten im Sommer

Mit Söhre wartet nun allerdings eine Mannschaft, die noch einmal ein anderes Kaliber mitbringt. Vier Spielzeiten gehörten die Sportfreunde der 3. Liga an und hatten sich dort über Jahre etabliert. Erst in der vergangenen Saison geriet die Mannschaft in den Abstiegskampf. Anfang Mai stand schließlich fest, dass der Klassenerhalt nicht mehr zu erreichen war und Söhre nach vier Jahren den Gang zurück in die Regionalliga antreten musste. 

Vom Abstieg auseinandergebrochen ist die Mannschaft allerdings nicht. Der Kader konnte weitgehend zusammengehalten werden und geht weiterhin unter Trainer Sascha Bertow an den Start. Entsprechend klar ist die sportliche Ausrichtung: Söhre peilt den direkten Wiederaufstieg an und wurde bereits vor Saisonbeginn gemeinsam mit Bissendorf zu den großen Favoriten gezählt. 

Dass die Regionalliga trotzdem kein Selbstläufer wird, zeigte ausgerechnet der aktuelle Spitzenreiter Northeimer HC. Am zweiten Spieltag unterlag Söhre zu Hause deutlich mit 28:36. Seitdem gab sich der Drittliga-Absteiger allerdings keine Blöße. Nach einem 38:35 in Alfeld folgten zuletzt zwei deutliche Ausrufezeichen vor heimischem Publikum: Zunächst wurde Mitabsteiger Bissendorf mit 30:20 bezwungen, anschließend fegte Söhre Aufsteiger Horneburg mit 39:22 aus der Steinberghalle. 

Gerade gegen Horneburg zeigte sich die Qualität im Söhrer Kader. Nach einer 23:17-Pausenführung ließ die Mannschaft im gesamten zweiten Durchgang nur noch fünf Gegentreffer zu. Tom Hanel war mit zwölf Toren erfolgreichster Werfer, Yannik Ihmann, Joey Wattenberg und Gunnar Lehrke steuerten jeweils fünf Treffer bei. Insgesamt verfügt Söhre über einen eingespielten und ausgeglichen besetzten Kader, der in weiten Teilen bereits gemeinsam in der 3. Liga auf der Platte stand.

„Wir müssen nicht darüber diskutieren, wer am Samstag Favorit ist. Söhre bringt enorme Qualität und viel Drittliga-Erfahrung mit und hat in den vergangenen beiden Spielen eindrucksvoll gezeigt, zu was diese Mannschaft in der Lage ist. Wir werden alles investieren und schauen, was gegen eine solche Mannschaft möglich ist“, so Trainer Robert Frahm

Dabei wartet Beckdorf in dieser Saison tatsächlich noch auf die ersten Punkte auf dem Delm. Auswärts ist die Bilanz dagegen weiterhin makellos: Auf das 26:26 in Cloppenburg folgten Siege in Hameln und Alfeld. Zu Hause musste sich der SVB bislang der HSG Schaumburg und Spitzenreiter Northeim geschlagen geben.

Personell gibt es dabei gute Nachrichten. Thorin Helfers, der nach seiner Gesichtsverletzung aus dem Northeim-Spiel zuletzt in Alfeld noch gefehlt hatte, steht wieder zur Verfügung. Hinter dem Einsatz von Kapitän Markus Clever steht dagegen noch ein Fragezeichen.